Endodontie im Milchgebiss
Ein Milchzahn ist sehr ähnlich wie bleibende Zähne aufgebaut.
Die hauptsächlichen Unterschiede liegen darin, dass der Zahnschmelz nur sehr dünn ist und die kleinen Kanälchen im Zahnbein sehr weit sind. Dadurch kann Karies an Milchzähnen rasant voran schreiten und eine (zum Glück meist symptomlose) Entzündung des Zahnnervs verursachen.
Bei Milchzähnen wird häufig nicht der ganze Zahnnerv aus dem Zahn entfernt, sondern nur der erkrankte Teil des Nervs, der sich in der Zahnkrone befindet. Diese Behandlung heißt Pulpotomie oder auch Vitalamputation.
Wenn ein Milchzahn entzündet ist, aber unbedingt erhalten werden muss (zum Beispiel, weil die Zahnlücke keinen Nachbarzahn hat) kann auch bei Milchzähnen – in Ausnahmefällen – eine vollständige Wurzelkanalbehandlung durchgeführt werden.
Das Aufschleifen und belassen von entzündeten Zähnen wird heute nicht mehr gemacht. Zähne, die wirklich nicht mehr zu retten sind, werden in der Regel entfernt.
Denn: - auch Milchbackenzähne können schmerzen
- gerade in den Kaputten Zähnen nisten die Karies verursachenden
Bakterien und stecken die übrigen Zähne im Mund ebenfalls an!
Mehr Informationen finden Sie hier auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde.
Unzureichende oder falsche Behandlung (z.B. Belassen oder Aufbohren des Zahnes) kann zu längerfristigen, gesundheitlichen Schäden führen. Zur genauen Untersuchung ist ein Röntgenbild erforderlich.
Ein endodontisch behandelter Milchzahn (wenn der Zahnnerv teilweise oder ganz entfernt wurde) wird meistens mit einer Milchzahnkrone versorgt.
