Grafik: Kinderzahnärztin Kant, Oldenburg

SCHNULLER, DAUMEN, FINGER... UNSER KIND NUCKELT

Wann sollte mein Kind mit dem Nuckeln aufhören?

Je nach Dauer, Intensität und Art des Nuckelns können Zahnfehlstellungen entstehen. Typisch dafür ist der sogenannte offene Biss, bei dem die vorderen Schneidezähne beim Zubeißen nicht mehr aufeinander treffen.

Das hat zur Folge, dass das Kind nur noch seitlich abbeißen kann. Die Zunge rutscht zu weit nach vorne, und es kann zur erschwerten Lautbildung kommen. Die Laute “S”, “Z” und “SCH” können oft nicht mehr deutlich ausgesprochen werden: das Kind lispelt.

Kiefeorthopäden empfehlen, das Nuckeln wenn möglich zum zweiten Geburtstag abzugewöhnen. Je früher die schädliche Angewohnheit aufhört, desto besser kann der Körper eventuelle Zahnfehlstellungen bereits korrigieren.
Wenn Sie Ihrem Kind allerdings den Nuckel schon wegnehmen bevor es dazu bereit ist, kann das dazu führen, dass Ihr Kind seinen Daumen nimmt oder anfängt seine Fingernägel zu kauen. Sprechen Sie mit uns über den richtigen Zeitpunkt für Ihr Kind.

Empfehlenswerte Schnuller sind solche, die 

  • einen extra flachen Schaft mit einer fühlbaren Stufe haben und so die natürliche, leicht versetzte Stellung der Schneidezähne sowie des Ober- und Unterkiefers zueinander berücksichtigen.
  • die Bewegungsfreiheit der Zunge nicht behindern. Das Saugteil soll am Gaumen anliegen und eine Aussparung an der Unterseite haben.
  • nicht "mitwachsen": Lange Zeit hat man angenommen, dass der Schnuller sich dem größeren Gaumen anpassen sollte. Allerdings vergrößert der für den Schnuller relevante vordere Gaumenbereich sich mit zunehmendem Alter des Kindes kaum. Ein größerer Schnuller bedeutet also nicht mehr Lutschkomfort, sondern weniger Platz für die Zunge und dadurch eine ausgeprägtere Zahnfehlstellung.

Wie kann mein Kind sich das Nuckeln abgewöhnen?

Zwischen dem 3. und 5. Lebensjahr sind die meisten Kinder freiwillig bereit, ihren Schnuller abzugeben. Manchmal ist der Tausch gegen eine Mundvorhofplatte sinnvoll. Versuchen Sie so früh wie möglich, die "Nuckelzeiten" einzuschränken. Geben Sie Ihrem Kind den Nuckel zum Beispiel nur zum Einschlafen oder wenn es krank ist. Wenn Ihr Kind bereits etwas älter und verständiger ist, können Sie mit ihm besondere "Nuckelzeiten" vereinbaren, die stufenweise eingeschränkt werden, bis es den Nuckel tagsüber nicht mehr benötigt.

Beim Daumen- oder Fingerlutschen kann es deutlich länger dauern, bis Ihr Kind diese Angewohnheit aufgeben kann. Wie wir Ihr Kind gemeinsam dabei unterstützen können, sich vom Nuckeln/Daumenlutschen zu verabschieden, besprechen wir gerne mit Ihnen. Häufig schaffen Kinder es, wenn sie unseren sogenannten Nuckelfrei-Kalender benutzen. Sprechen Sie uns einfach an, wir helfen ihm dabei.

Wichtig ist:

  • Lassen Sie weder für sich noch für ihr Kind Stress aufkommen. Wenn Ihr Kind jetzt noch nicht so weit ist, fangen Sie erst mal nur damit an, den richtigen Zeitpunkt zu planen
  • Planen Sie die Veränderung in einer Phase, in der Sie selbst ausgeruht und entspannt sind
  • Nehmen Sie sich Zeit für eine gründliche Vorbereitung
  • Bleiben Sie konsequent


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